Projekterfolge
Das Projekt ZUKUNFTSCAMP – FUTURE NOW ist 2007 als Pilot in Form eines dreiwöchigen Sommercamps gestartet. Zunächst hatte es vor allem das Ziel, zu zeigen, dass auch Hauptschülerinnen und Hauptschüler viel Potential entwickeln, wenn sie auf die richtige Weise gefördert und gefordert werden.
Dazu entwickelte Frau Prof. Ute Stoltenberg von der Universität Lüneburg ein pädagogisches Konzept auf Basis der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Eine Vorstellung vom Campablauf und seinen Erfolgen können Sie sich mit Hilfe des Projektberichts der Universität Lüneburg machen.
Für 2008/2009 wurde das ZUKUNFTSCAMP – FUTURE NOW zum Offiziellen Projekt der UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) gekürt.
Diese Auszeichnung bescheinigt dem Projekt, dass es geeignet ist, Jugendlichen nachhaltiges Denken und Handeln zu vermitteln. Es versetzt sie in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt.
2008 wurde das Konzept um eine berufsorientierende Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis zum Schulabschluss erweitert. Die Erfolge des Sommercamps 2008 wurden von Prof. Bernd Overwien von der Universität Kassel ausgewertet, der im Camp und einige Zeit danach Gruppeninterviews mit den Schülerinnen und Schülern durchführte. Neben realistischeren Ideen für die berufliche Zukunft und einer gesteigerten Zielsetzungs- und Realisierungsmotivation, sind wir besonders stolz darauf, dass das Sommercamp den Jugendlichen hilft, einem konstruktiven Umgang mit ihren Eigenschaften zu entwickeln und die verbesserten Sozialkompetenzen sowie die neu erlernten Verhaltensweisen in den schulischen und privaten Alltag zu transferieren.
Von der seit Sommer 2008 laufenden quantitativ ausgerichteten Evaluation der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit erhofften wir uns zusätzlich Erkenntnisse dazu, wie sich das Projekt auf den Übergang in Ausbildung und weiterführende Schulen auswirkt. Leider gelang es nicht, die Jugendlichen der Kontrollgruppe über den längeren Zeitraum zur nötigen Mitwirkung zu motivieren, so dass die Studie im Frühjahr 2010 frühzeitig beendet werden musste. Dennoch konnten über die bisherigen Erkenntnisse hinausgehende Beobachtungen angestellt werden. Es zeigte sich, dass die Campteilnahme positive Effekte auf die schulischen Leistungen der Jugendlichen hatte. Dass man solche Effekte würde erzielen können - auch ohne dies inhaltlich und methodisch zu forcieren - ist eine der pädagogischen Annahmen, die mit dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung und dem Lernen am Projekt verbunden war. Die These scheint aufzugehen. Interessant ist jedoch, dass sich die positiven Effekte in Englisch und den Naturwissenschaften zum Ende des neunten Schuljahres wieder abschwächen. Nur im Fach Deutsch bleibt die Leistungssteigerung bestehen. Insofern bestärkt diese Beobachtung eventuell die Vermutung einiger Expertinnen und Experten, dass vor allem ein intensives Kümmern, unabhängig von Thema und Anlass, stärkend auf die Lernmotivation und Leistungsfähigkeit von Jugendlichen wirkt. Die nachhaltigen Effekte für das Fach Deutsch interpretieren wir als einen Beleg dafür, dass es den Teilnehmenden vor allem gelingt, ihre neu gewonnene Ausdrucksfähigkeit und Auseinandersetzungskultur dauerhaft gewinnbringend zu nutzen.
